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Das Staatsbad berichtet:

Frühlingsblumenpflanzung im Kurpark

Auf Ein­la­dung von Bet­ti­na Grä­fin Ber­na­dot­te fuhr Bär­bel Storch und Lisa Offer­manns von der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH Anfang April auf die Blu­men­in­sel Main­au. Dort blüh­te es bereits üppig und die Son­ne strahl­te über dem Boden­see. Die Insel, die stets von unzäh­li­gen Besu­chern bevöl­kert ist, war men­schen­leer. Coro­na Auf­la­gen ermög­lich­ten kei­ne tou­ris­ti­schen Besu­che. Es war ein trau­ri­ger Anblick trotz zau­ber­haf­tem Blü­ten­meer, die­se Insel ohne Besu­cher zu erle­ben.
Voll bela­den mit über 600 Früh­lings­blü­hern fuh­ren wir wie­der zurück­nach Schlan­gen­bad, die am nächs­ten Tag gleich gepflanzt wur­den. Sie brin­gen Far­be und ein biss­chen Früh­ling in unse­ren wun­der­schö­nen Kurpark.

Das Staatsbad berichtet:

Schlangenbader Waldpfade

Die Schlan­gen­ba­der-Wald­pfa­de sind ein Gheim­tipp für Wan­de­rer. Bür­ger­meis­ter Mar­co Eyring, Dr. Micha­el Wil­helm – der gro­ßen Anteil an der Wege­füh­rung hat –, Bereichs­lei­ter des Forst­am­tes Wies­ba­den-Chau­see­haus, Herr Joa­chim Rip­pel­beck, sowie Herr Tim Schrö­ter vom Gemein­de­forst und Herr Kre­sov-Hahn­feld vom Natur­park fan­den sich zu einem klei­ne sym­bo­li­schen Umtrunk zur Eröff­nung ein.
Die Pfa­de wer­den von Wan­de­rern mit gro­ßer Akzep­tanz ange­nom­men und erhal­ten viel Lob.

Das Staatsbad berichtet:

Farngarten Schlangenbad

Das Anle­gen des Farn­gar­tens nimmt erfreu­li­chen Fort­schritt. Die Urbar­ma­chung und dar­auf­fol­gend die Gar­ten­we­ge­füh­rung ist fer­tig und der Zaun, der den Gar­ten umge­ben muss, ist gesetzt. Die gGmbH ist gegrün­det, so dass Spen­den herz­lich ger­ne über­mit­telt wer­den kön­nen. Wei­te­re Infos dazu kann man der Web­site des Gar­tens unter farngarten-schlangenbad.de entnehmen.

Interview mit Bärbel Storch für Radio Antenne Frankfurt

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Interview mit Tanja Sinzig-Huskamp, Schlangenapotheke Schlangenbad / 9.9.20

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Inter­view mit Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp, Schlan­gen­apo­the­ke Schlan­gen­bad / 9.9.2020

Bär­bel Storch: Frau Sin­zig-Hus­kamp ich freue mich sehr, dass wir uns heu­te zum „Wald-Gespräch“, hier im Adel­heid Tal auf einer Bank tref­fen.
Sie sind hier gebo­ren und eng mit dem Schlan­gen­ba­der Wald verbunden.

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Ja, ich bin hier gebo­ren, auf­ge­wach­sen und sehr ver­wur­zelt mit dem Ort. Ich sage immer schmun­zelnd: Ich habe es nicht weit gebracht — damit mei­ne ich natür­lich nur das Ört­li­che. Und hier möch­te und wer­de ich auch blei­ben.
Der Schlan­gen­ba­der Wald ist nicht nur mein Erho­lungs­ort, nein, er ist auch Kind­heits­er­in­ne­rung für mich. Die­ser Wald war uns wie ein Spiel­platz, eine Erleb­nis­welt und für uns Kin­der, eine Welt in der wir immer neue Din­ge fanden.

Bär­bel Storch: Sie sind appro­bier­te Apo­the­ke­rin sowie auch staat­lich geprüf­te Heil­prak­ti­ke­rin, sehen Sie den Wald gesund­heits­för­dernd für Menschen?

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Aber ja! Natür­lich hat der Wald durch sei­ne Ruhe, sein Kli­ma, sein Licht und Schat­ten­spiel eine enor­me Wir­kung auf unse­ren Kör­per und Psy­che. Hier­bei geht es gar nicht um sport­li­ches Wan­dern oder kör­per­li­che Ertüch­ti­gung, nein, der Wald wirkt auf uns ohne unser akti­ves Zutun, wohl­tu­end beru­hi­gend und ent­span­nend.
In Japan wird der Wald in sei­ner gesund­heits­för­dern­den Wir­kung wis­sen­schaft­lich beschrie­ben und weit­aus mehr geschätzt und pro­pa­giert als bis­her bei uns. Aber auch bei uns in Deutsch­land erfährt der Wald u.a. durch den Autor und Förs­ter, Peter Wohl­le­ben, end­lich nun auch Beschrei­bung und Aus­sa­ge zu sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Wertigkeit.

Bär­bel Storch: Sie ken­nen Schlan­gen­bad von Kind­heit an, also auch zu Zei­ten, in wel­cher die „KUR mit kuren­den Gäs­ten“ den Ort beleb­ten; wie hat sich in die­ser Bezie­hung der Ort verändert?

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Das stimmt. Ich ken­ne Schlan­gen­bad noch aus der Zeit, als Kuren von Sei­ten der Kran­ken­kas­sen bezahlt wur­den und wir hier sehr vie­le Kur-Gäs­te begrüß­ten. Die­se Zei­ten sind lei­der längst vor­bei.
Der Begriff „Kur“ hat heu­te m.E. eine ande­re Form, einen ande­ren Inhalt und eine ande­re Ziel­set­zung. Man wan­delt heu­te nicht mehr mit dem Glas in der Hand durch die Allee. Die Kur hat sich ver­än­dert, ist aber ohne Zwei­fel nach wie vor wesent­lich und enorm wich­tig für unse­re Gesund­heit. Heu­te sucht man Ent­span­nung, Erho­lung und Aus­gleich zum All­tag. Man möch­te inspi­riert wer­den, Din­ge zu tun und zu erle­ben, die wohl­tu­end ablen­ken vom täg­li­chen Stress, allen digi­ta­len „End­ge­rä­ten“ und die ein­fach guttun.

Bär­bel Storch: D.h. Sie sehen in Schlan­gen­bad einen Ort, der bes­te Vor­aus­set­zun­gen bie­tet zur Kur im heu­ti­gen Sinn?

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Ja, viel­leicht heu­te mehr denn je! Der Gast, der zu uns kommt, kann das Maß des­sen, was ihm gut­tut, was ihm hilft, Ent­span­nung und Wohl­be­fin­den zu fin­den, selbst ent­schei­den. Unser wun­der­schö­ner Ort, bie­tet den herr­li­chen Wald und unser ein­ma­li­ges Ther­mal­was­ser zum Baden und zum Trin­ken! Ich den­ke, dass die­se Kom­bi­na­ti­on, Ther­mal­was­ser und Wald, sehr schnell ihre spür­ba­re posi­ti­ve Wir­kung hin­ter­lässt. Ein Auf­at­men und zu neu­en Kräf­ten ist das Ergeb­nis! Ein­deu­tig kann man bei uns in Schlan­gen­bad „die Stadt hin­ter sich las­sen“ und in Erho­lung eintauchen.

Bär­bel Storch: Sie selbst stel­len aus unse­rem quell­fri­schen Ther­mal­was­ser wert­vol­le Kos­me­tik her.

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Genau! Schon seit vie­len Genera­tio­nen wird in der Schlan­gen-Apo­the­ke ganz hand­werk­lich mit dem Ther­mal­was­ser gear­bei­tet. Ich nut­ze unser Ther­mal­was­ser zur Her­stel­lung von Kör­per­pfle­ge­pro­duk­ten. Es sind qua­si regio­na­le Manu­fak­tur­pro­duk­te. Unse­re klei­ne Manu­fak­tur ist etwas Beson­de­res, denn wir arbei­ten ganz tra­di­tio­nell und pro­du­zie­ren nicht im gro­ßen Maßstab.

Bär­bel Storch: Was wür­den Sie sich wün­schen für die Zukunft unse­res Ortes?

Tan­ja Sin­zig-Hus­kamp: Sehr begrü­ßen wür­de ich es, wenn wir eine sich wei­ter ent­wi­ckeln­de, gut funk­tio­nie­ren­de Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie bekä­men. Es wäre schön, wenn hier­bei in die Zukunft inves­tiert wür­de. Wir sind ein bezau­bern­der Nah­erho­lungs­ort! Das soll­ten wir nut­zen. Ich wün­sche mir natür­lich auch, dass die Wahr­zei­chen unse­res Ortes gepflegt und wie­der­be­lebt wer­den — ich den­ke an z.B. die Kolon­na­den. Auch befür­wor­te ich, dass unse­re bei­den denk­mal­ge­schütz­ten, wun­der­schö­nen Parks noch mehr genutzt wer­den. Es freut mich immer sehr, wenn ich sehe, wie am „war­men Bach“, im unte­ren Park, Kin­der im Was­ser plant­schen und den herr­li­chen Som­mer, mit ihren Müt­tern genie­ßen. …oder wie im obe­ren Kur­park, an den Gerä­ten geturnt wird. Das ist Leben mit dem Park und im Park und das dürf­te gern auch noch mehr wer­den. Außer­dem wün­sche ich mir, erwei­ter­te und auch benann­te Stel­len zur „Wal­d­er­ho­lung“.

Bär­bel Storch: Man merkt es deut­lich, wie Sie Schlan­gen­bad lie­ben. Ich dan­ke Ihnen für unse­re leb­haf­te und inter­es­san­te Unterhaltung!

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH
Schlan­gen­bad, den 10.9.2020

Interview mit Karlheinz Luft, Malermeister mit Betrieb in Schlangenbad-Wambach Schlangenbad / 21.10.20

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Inter­view mit Karl­heinz Luft, Maler­meis­ter mit Betrieb in Schlan­gen­bad-Wam­bach / 21.10.2020

Bär­bel Storch: Herr Luft, Sie sind ein ech­ter Wam­ba­cher, wur­den Sie auch hier geboren?

Karl­heinz Luft: nein, gebo­ren wur­de ich in Kied­rich aber eigent­lich beim ers­ten „Blick in die Welt“ sah ich Wam­bach und füh­le mich auch als Ur-Wambacher.

Bär­bel Storch: Sie betrei­ben einen Maler­be­trieb in Wambach.

Karl­heinz Luft: ja, zusam­men mit mei­nem Bru­der. … und dies seit 50 Jahren.

Bär­bel Storch: Sie haben sich für die Gemein­de in vie­ler­lei Hin­sicht eingebracht!

Karl­heinz Luft: ja, ich gehör­te aktiv seit 60 Jah­ren dem Gesangs­ver­ein an, davon vie­le Jah­re im Vor­stand. Seit über 50 Jah­ren bin ich Mit­glied der frei­wil­li­gen Feu­er­wehr. Ich war auch immer schon im GV orga­ni­siert bei allen Ver­an­stal­tun­gen und don­ners­tags gehö­re ich zu den „Fried­hof-Säu­be­rern“ — „Zukunft Dorfmitte“

Bär­bel Storch: aber Ihre gro­ße Lei­den­schaft gehört einem ganz beson­de­ren Hobby!?

Karl­heinz Luft: ja, das stimmt! Mei­ne Lei­den­schaft gehört dem Sam­meln von Mühl­stei­nen und dar­über hin­aus allen alten hand­werk­li­chen Uten­si­li­en jeg­li­cher Art.

Bär­bel Storch: als eins­ti­ger Eigen­tü­mer der „Wam­ba­cher Müh­le“, die Sie in 2019 an ihren Päch­ter, die­ser groß­ar­ti­gen Gas­tro­no­mie ver­kauft haben, wid­men Sie sich zusam­men mit Ihrer Frau nun noch inten­si­ver Ihrem Mühlenmuseum.

Karl­heinz Luft: ja, vor 30 Jah­ren kauf­te ich die eins­ti­ge Müh­le aber erst im Jahr 2004 habe ich das Muse­um gebaut. Der durch das Gelän­de lau­fen­de Bach, der Mühl­gra­ben, dien­te auch als Lösch­was­ser im Fal­le eines Bran­des. Das Was­ser­recht besteht seit Urzeiten.

Bär­bel Storch: Ihr Muse­um hat mitt­ler­wei­le einen außer­or­dent­li­chen Bekannt­heits­grad in aller Welt!

Karl­heinz Luft: ja, erfreu­li­cher­wei­se! Aus allen Tei­len der Welt erhal­te ich wert­vol­le Gegen­stän­de. Ob Mühl­rä­der, denen mei­ne ganz beson­de­re Lie­be gilt oder Hand­werks­uten­si­li­en aller Art. Übri­gens, das Mühl­rad im Bach­lauf habe ich in Nor­we­gen gese­hen und nachgebaut.

Bär­bel Storch: wie vie­le Mühl- und Schleif­stei­ne stel­len Sie in Ihrem groß­ar­ti­gen Muse­um aus?

Karl­heinz Luft: mitt­ler­wei­le sind es ca. 550 Stück. Ich darf mit Stolz sagen, dass dies die größ­te Samm­lung in Deutsch­land ist. Gesamt stel­le ich 25.600 Gegen­stän­de, die im Zusam­men­hang mit alten Hand­werks­uten­si­li­en ste­hen, aus.

Bär­bel Storch: wie groß ist den die Flä­che des Museums?

Karl­heinz Luft: als ich 1997 das Was­ser­rad bau­te, zog dies einen Bebau­ungs­plan nach sich. Dar­aus wur­de 2004 das Muse­ums­ge­bäu­de gebaut. Es umfasst 260 Quadratmeter.

Bär­bel Storch: sind Sie selbst vor Ort und erklä­ren den inter­es­sier­ten Besu­chern die Gegen­stän­de und Museumsstücke?

Karl­heinz Luft: Ja, ich bie­te Füh­run­gen an und auch die Fach­leu­te der ein­zel­nen Gewer­ke sind begeis­tert selbst vor Ort und erzäh­len von Ihrer alten Hand­werks­kunst.
Das Muse­um ist dadurch ein Zusam­men­tref­fen von Hand­wer­kern, die die alten Hand­werks­küns­te vor dem Ver­ges­sen bewahren.

Bär­bel Storch: Herr Luft, ich dan­ke Ihnen für die­se hoch inter­es­san­te Schil­de­rung Ihres Schaf­fens! Ich wün­sche Ihnen wei­ter­hin viel Freu­de und groß­ar­ti­ge Begeg­nun­gen aus aller Welt.
Als Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH dan­ke ich Ihnen eben­so für die­se unglaub­li­che Berei­che­rung, die­ser Sehens­wür­dig­keit in unse­rer Gemeinde.

Das Inter­view führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH 

Schlan­gen­bad, den 21.10.2020

Interview mit Dipl. Ing. (FH) Jochen Lüke, Forstamtmann / 23.11.2020

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Inter­view mit Herrn Dipl. Ing. (FH) Jochen Lüke, Forst­amt­mann / 23.11.2020

B. Storch: Herr Lüke, Sie sind 1956 in Gel­sen­kir­chen gebo­ren, sind Sie dort auch aufgewachsen?

J. Lüke: Nein, auf­ge­wach­sen bin ich im Sauer­land in der Nähe von Brilon.

B. Storch: Das Sauer­land ist eine sehr wald­rei­che Gegend; hat Sie die­se Land­schaft inspi­riert Forst­wirt­schaft zu studieren?

J. Lüke: Ja, das war schon sehr aus­schlag­ge­bend und ich kann heu­te sagen, dass es die rich­ti­ge Ent­schei­dung war, die mich bis heu­te sehr interessiert.

B. Storch: Seit 1983 sind Sie in Diens­ten des Forst­am­tes Rüdes­heim und Bad Schwal­bach. Wenn Sie nun zurück­bli­cken, hat sich in die­sen Jah­ren der Wald verändert?

J. Lüke: Nun, durch die bereits im Jahr 1985 begin­nen­den Wind­wurf-Kata­stro­phen, die auch in den Jah­ren danach folg­ten, han­geln wir uns von einer her­aus­for­dern­den Situa­ti­on zu nächs­ten. Aber, wir ler­ne auch daraus.

B. Storch: Wie erholt sich ein Wald von sol­chen Einschnitten?

J. Lüke: Der Wald ent­wi­ckelt eine stän­di­ge Dyna­mik, einer soge­nann­ten Ver­jün­gung. Die bio­lo­gi­sche Dyna­mik ist sehr groß. Schau­en Sie sich den Schwarz­wald oder den Baye­ri­schen Wald an, wobei eine Betrach­tung natür­lich nicht mit schnel­len Erfol­gen und Ver­än­de­run­gen zu erwar­ten ist. Sol­che natür­li­chen Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zes­se bedür­fen eines lan­gen Zeit­ab­schnit­tes, geprägt von Geduld.

B. Storch: Wie ver­läuft so ein natür­li­cher Regenerationsprozess?

J. Lüke: Ein sol­cher Pro­zess ist von uns Forst­leu­ten vor­sich­tig zu beglei­ten und zu unter­stüt­zen. Der Wald ent­wi­ckelt einen soge­nann­ten Vor­wald. Es wächst zunächst eine soge­nann­te Schlag­flo­ra her­an, Kraut­pflan­zen. Danach treibt der Baum­be­wuchs, aus soge­nann­ten leich­ten Samen aus. Dar­auf fol­gen dann Baum­ar­ten wie Buchen und Eichen.

B. Storch: Fors­ten Sie den­noch ergän­zend auf?

J. Lüke: Ja, das tun wir. Wir ver­su­chen zu regu­lie­ren. Je nach Stand­ort pflan­zen wir Bäu­me, die zu den jewei­li­gen Stand­or­ten in Bezug auf Kli­ma und Boden­ver­hält­nis­se pas­sen, denn der Mensch soll­te den Wald sinn­voll beglei­ten, um kli­ma­sta­bi­le Wäl­der zu bekom­men.
In der Natur herrscht das soge­nann­te Chaos­prin­zip aus dem Klein­struk­tu­ren ent­stam­men, wie diver­se Baum­ar­ten und auch Pil­ze, die dann ein sta­bi­les Wald­ge­fü­ge bilden.

B. Storch: Der Wald um uns her­um sieht momen­tan erschre­ckend aus, wie beschrei­ben Sie dies?

J. Lüke: Ich ver­ste­he, dass der Anblick der­zeit unge­wöhn­lich ist. Aber, auch hier gilt es, das Gesche­hen der not­wen­di­gen Rodung mit Geduld, Gelas­sen­heit und Wis­sen zu beglei­ten. Und wenn ich dies so gelas­sen sage, mei­ne ich, dass die­se Geduld von den nächs­ten 2 bis 3 Genera­tio­nen erwar­tet wer­den muss!

B. Storch: Eine lan­ge Her­aus­for­de­rung der Geduld also?

J. Lüke: Ja, natür­lich. Begin­nend damit, dass nun in den nächs­ten 10 Jah­ren die Grund­la­ge des natur­na­hen Wald­baus gelegt wer­den muss. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, dass der Wald in gewis­ser Wei­se eine Daseins­vor­sor­ge für die Welt ist. Dazu zählt unse­re Luft, die Kli­ma­sta­bi­li­sie­rung, der Ero­si­ons­schutz, die Was­ser­spei­che­rung und nicht zur ver­ges­sen, die Erho­lungs­funk­ti­on und der Natur­schutz. Das alles ist Bio­di­ver­si­tät die wir in einer mul­ti­funk­tio­na­len Beglei­tung als Auf­ga­be sehen.

B. Storch: Vie­le Men­schen, die der­zeit in den Wald gehen, bekla­gen den Anblick kahl­ge­schla­ge­ner Flä­chen und her­um­lie­gen­des Geäst.

J. Lüke: Ja, ich kann das ver­ste­hen, aber das las­sen wir bewusst so, es dient dem Ero­si­ons­schutz.
Man nennt das auch Lebend­ver­bau, wenn Tot­höl­zer den Boden bede­cken. Es dient der Beschat­tung und dem Schutz des Bodens, um das Wachs­tum zu befördern.

B. Storch: Herr Lüke, im Juli 2021 gehen Sie in Ihren wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand, freu­en Sie sich darauf?

J. Lüke: Oh ja, ich freue mich auf ver­schie­de­ne Rei­sen in aus­ge­wähl­te Natur­schutz­ge­bie­te. Ich freue mich auf mei­ne Fami­lie und den Bau­ern­hof, auf dem ich lebe. Da gibt es genü­gend Beschäf­ti­gung, nicht zu ver­ges­sen die Jagd, der ich mit Lei­den­schaft nachgehe.

B. Storch: herz­li­chen Dank für das Gespräch, es hat mir gro­ße Freu­de gemacht, mich mit Ihnen zu unter­hal­ten. Ich wün­sche Ihnen und Ihrer Fami­lie eine schö­ne Weih­nachts­zeit und vor allem ein ganz gutes Neu­es Jahr.

Das Inter­view führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH
Schlan­gen­bad, den 23.11.2020

Interview mit Marco Eyring, Bürgermeister von Schlangenbad / 23.12.2020

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Inter­view mit Mar­co Eyring, Bür­ger­meis­ter von Schlan­gen­bad / 23.12.2020

Bär­bel Storch: Herr Eyring, Sie sind im Rhein­gau auf­ge­wach­sen, aber seit vie­len Jah­ren fest ver­wur­zelt in Schlan­gen­bad, wie kam es dazu?

Mar­co Eyring: Ganz ein­fach, die Lie­be führ­te mich vor gut 23 Jah­ren nach Schlan­gen­bad, woher mei­ne Frau gebür­tig stammt. Es war aber nicht nur die Lie­be zu mei­ner Frau allein; auch der Ort in sei­ner Viel­falt und sei­nen Men­schen sind für mich bis heu­te aus­schlag­ge­bend, hier sehr ger­ne zu leben, mich hier behei­ma­tet und ver­bun­den zu fühlen.

Bär­bel Storch: Ihr Wer­de­gang begann dem­entspre­chend auch hier in Schlangenbad?

Mar­co Eyring: Ja, nach dem Abitur mel­de­te ich mich zunächst zum Zivil­dienst und über­nahm Sozia­le Diens­te. Eine Zeit die mich als jun­gen Mann sehr geprägt und bei­spiels­wei­se mit der Situa­ti­on von Demenz­kran­ken und andern hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen ver­traut gemacht hat. Hier ging es um Hil­fe­stel­lun­gen aller Art u.a. um die (Kör­per-) Pfle­ge und Umsor­gung von kran­ken oder alten Menschen.

Bär­bel Storch: Begann nach die­sem sozia­len Jahr Ihr Studium?

Mar­co Eyring: Ja, ich ver­fü­ge über zwei Stu­di­en­ab­schlüs­se. Ende der 1990er Jah­re stu­dier­te ich in Mann­heim und schloss als Dipl. Ver­wal­tungs­wirt an der Fach­hoch­schu­le Mann­heim ab. Ich absol­vier­te damit eine klas­si­sche Behör­den­lauf­bahn im geho­be­nen Ver­wal­tungs­dienst. Spä­ter nahm ich an der Uni­ver­si­tät Mainz das Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten auf, dass ich nach dem anschlie­ßen­den Refe­ren­da­ri­at
als Voll­ju­rist erfolg­reich abschloss. Damit eröff­ne­te ich mir den beruf­li­chen Aufstieg.

Bär­bel Storch: Waren Sie immer im Staatsdienst?

Mar­co Eyring: Von mei­nem Neben­job wäh­rend der Schul­zeit bei einem Rhein­gau­er Wein­gut und einer Unter­bre­chung durch das Zweit­stu­di­um abge­se­hen, ja. Seit 2014 war ich beim Land Hes­sen in unter­schied­li­chen Funk­tio­nen tätig – u.a. im
Innen­mi­nis­te­ri­um als Per­so­nal­re­fe­rent, anschlie­ßend beim Regie­rungs­prä­si­di­um Darm­stadt als Dezer­nent im Stif­tungs­we­sen. Der Weg führ­te mich von 2017 bis 2019 als lei­ten­der Jus­ti­zi­ar und stell­ver­tre­ten­der Abtei­lungs­lei­ter der Ver­wal­tung im LKA
(Lan­des­kri­mi­nal­amt) weiter.

Bär­bel Storch: Ab März 2019 wur­den Sie mit gro­ßer Mehr­heit zum Bür­ger­meis­ter unse­rer Gemein­de Schlan­gen­bad gewählt!

Mar­co Eyring: Ja, im Lau­fe mei­ner fast 14-jäh­ri­gen ehren­amt­li­chen Tätig­keit in den kom­mu­na­len Gre­mi­en war der Gedan­ke gereift, Bür­ger­meis­ter unse­rer schö­nen Gemein­de zu werden.

Bär­bel Storch: Wie schau­en Sie nun auf die ver­gan­ge­nen fast 2 Jah­re Ihres Tuns als Bür­ger­meis­ter zurück?

Mar­co Eyring: In jedem Fall posi­tiv, auch wenn das Coro­na-Jahr 2020 schon sehr spe­zi­ell war. Wenn ich es mit einer Meta­pher beschrei­be, so war und ist die bis­he­ri­ge Amts­zeit für mich wie ein Puz­zle, bei dem sich mei­ne beruf­li­chen Erfah­run­gen Stück für Stück mit Erfah­run­gen in der Gemein­de zu einem
run­den Gan­zen ergän­zen. Lei­der hemmt die Pan­de­mie die ein oder ande­re Initia­ti­ve, wie z.B. die Ein­rich­tung eines Bürgerbusses.

Bär­bel Storch: Wel­che The­men erach­ten Sie in der Umset­zung als beson­ders wichtig?

Mar­co Eyring: Es gilt die Infra­struk­tur zukunfts­fä­hig zu machen. Hier sehe ich Hand­lungs­be­darf in meh­re­ren Berei­chen, z.B. die Bereit­stel­lung wirk­lich schnel­ler Inter­net­zu­gän­ge für alle unse­re Wohn­ge­bie­te. Damit mei­ne ich Glas­fa­ser­ka­bel bis ins Haus
und nicht den aktu­el­len Aus­bau, der nur beschei­de­ne 50 Mbit/s garan­tie­ren soll. Der bis Okto­ber 2021 noch lau­fen­de Netz­aus­bau ist zwar bes­ser als der Stand heu­te, wird aber abseh­bar für die Anwen­dun­gen der Zukunft bei wei­tem nicht aus­rei­chend
sein. Wir benö­ti­gen eine 20-fache Stei­ge­rung der Geschwin­dig­kei­ten. Mein Ziel ist die „Giga­bit-Gemein­de“. Dies ist auch eine wich­ti­ge Basis für die zwin­gend not­wen­di­ge Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung. Und, der Trend der Zeit geht hin zum stadt­na­hen
Woh­nen in länd­li­chen Gebie­ten. Es muss des­halb auch die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, hier bezahl­bar zu woh­nen bzw. zu leben. Neben die­sen genann­ten The­men muss die sons­ti­ge Infra­struk­tur der Gemein­de
erhal­ten und aus­ge­baut wer­den. Bedau­er­li­cher­wei­se haben wir auf fast allen Ebe­nen eine unge­heu­ren Inves­ti­ti­ons­stau. In Kon­se­quenz bedeu­tet dies lei­der eine höhe­re Ver­schul­dung, deren Ursa­che in einer gerin­ge­ren Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit frü­he­rer Jah­re liegt.

Bär­bel Storch: Sie haben in Ihrer Wahl­kam­pa­gne auch den Umweltund Kli­ma­schutz zum The­ma gemacht!

Mar­co Eyring: Ja, rich­tig, das habe
ich und auch dies sind The­men, wel­ches ich wei­ter vor­an­trei­be. Hier ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu wenig pas­siert. Vor­aus­set­zung für einen Schwer­punkt in die­sem Bereich ist die Ein­rich­tung einer Voll­zeit­stel­le für einen Umwelt­be­auf­trag­ten. In den letz­ten Jah­ren waren die­se The­men nicht mit den erfor­der­li­chen Per­so­nal­res­sour­cen hin­ter­legt und nur ein Rand­the­ma. Ich bin froh und dank­bar, dass die Gemein­de­ver­tre­tung mit der Geneh­mi­gung des Haus­hal­tes für eine stär­ke­re Schwer­punkt­set­zung auf Kli­ma und Umwelt den Weg frei gemacht hat. Außer­dem stre­be ich ein wie­der unab­hän­gi­ges und eigen­stän­di­ges Forst­re­vier an. Die­ses bestand bis 2017, wur­de dann aber vom Land Hes­sen mit dem Forst­re­vier Kied­rich vereint.

Bär­bel Storch: Wie sehen Sie den Ist-Zustand der Gemeinde?

Mar­co Eyring: Lei­der hat sich die Gemein­de Schlan­gen­bad, im Ver­hält­nis zu ande­ren umlie­gen­den Gemein­den, kaum ver­än­dert. Sehen wir uns an, was um uns her­um in Elt­vil­le, Wies­ba­den, Tau­nus­stein, Bad Schwal­bach, Hei­den­rod in den ver­gan­ge­nen 10 Jah­ren pas­siert ist. Eine inno­va­ti­ve
Wei­ter­ent­wick­lung war mir in Schlan­gen­bad zu wenig erkennbar.

Bär­bel Storch: Wie sehen Sie die Kern­ge­mein­de Schlan­gen­bad in ihrer heu­ti­gen Situation?

Mar­co Eyring: Nun, die alten Glanz­zei­ten sind lei­der Ver­gan­gen­heit. Die letz­ten 15 Jah­re erga­ben kei­ne Anknüp­fung an not­wen­di­ge und auch erwart­ba­re Ent­wick­lun­gen, die u.a. auch die Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie braucht, um den bele­ben­den Tou­ris­mus, für den Ort wei­ter zu inter­es­sie­ren. Auf die­sem Sta­tus Quo möch­te ich nicht ver­har­ren, son­dern – gemäß mei­nem Wahl­kampf­mot­to – „Machen wir mehr dar­aus“ aufbauen.

Bär­bel Storch: Wie sieht die­se Stra­te­gie aus?

Mar­co Eyring: Gemein­sam mit der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH wer­den wir ver­su­chen, den Ort zunächst als inter­es­san­tes, anspre­chen­des Aus­flugs­ziel zu plat­zie­ren und als Gesund­heits­stand­ort wei­ter aus­bau­en. Wir wer­den die Tech­nik des Ther­mal­frei­bads erneu­ern und die Attrak­ti­vi­tät aus­bau­en. Außer­dem möch­ten wir
den Wert der Aes­ku­lap-Ther­me noch mehr her­aus­ar­bei­ten. Des Wei­te­ren wer­den wir unse­re bezau­bern­den his­to­ri­schen Parks, durch ein Plus an attrak­ti­ve Ver­an­stal­tun­gen mit Leben fül­len, um wie­der ver­stärkt Besu­cher aus nah und fern zu uns zu bringen.

Das Gespräch führ­te
Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin
Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH

Interview mit dem Gemeindebrandinspektor Markus Faust / 21.01.2021

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Inter­view mit Herrn Mar­kus Faust, Gemein­de­brand­in­spek­tor / 21.01.2021

Mar­kus Faust, Gemeindebrandinspektor

 

BS: Herr Faust, Sie und Ihre Fami­lie leben schon lan­ge in Wam­bach, sind Sie auch hier geboren?

MF: Nein, gebo­ren bin ich in Bad Schwal­bach, aber auf­ge­wach­sen in Wam­bach, wo ich nach wie vor lebe, wie auch mein Bru­der, der Land­wirt­schaft betreibt. Unse­re Fami­lie ist seit Genera­tio­nen der Land­wirt­schaft ver­pflich­tet. Mei­ne Eltern bzw. mei­ne Mut­ter betrie­ben dazu­hin bis vor Kur­zem, die Gast­wirt­schaft „Bau­ern­schän­ke“, dies in der 6. Genera­ti­on. Sie lässt sich zurück­ver­fol­gen bis 1832. 

BS: Wel­chen Beruf haben Sie ursprüng­lich gelernt?

MF: Ich bin Koch, habe mei­ne Meis­ter­prü­fung in die­sem Fach erwor­ben und bli­cke ger­ne auf vie­le Jah­re in der geho­be­nen Hotel­le­rie zurück.  Begon­nen hat mei­ne beruf­li­che Lauf­bahn als Koch in dem Ster­ne Restau­rant ‚Ente vom Lehel‘, im Hotel Nas­sau­er Hof in Wies­ba­den. Die­sem Qua­li­täts­an­spruch fol­gend, führ­ten mich mei­ne wei­te­ren Sta­tio­nen in die Küchen diver­ser Luxus­ho­tels im In- und Ausland.

BS: Sind Sie heu­te immer noch in der Hotel­le­rie tätig?

MF: Nein nicht ganz. Der Gas­tro­no­mie blieb ich zwar treu. Ich bin als Abtei­lungs­lei­ter nun aber für die Aus- und Wei­ter­bil­dung der Pro­Job Rhein­gau-Tau­nus GmbH, ein gemein­nüt­zi­ger Kreis­ei­gen­be­trieb tätig. Mein Schwer­punkt hier ist der Food &Beverage-Bereich, also nach wie vor Gas­tro­no­mie in vol­lem Umfang.

BS: Ger­ne wür­de ich aber auf Ihr Ehren­amt als Gemein­de­brand­in­spek­tor ein­ge­hen, wel­ches in mei­nen Augen schon fast nach einem Voll­zeit­be­ruf anmutet?

MF: Ach, wis­sen Sie, alles was ich tue, mache ich mit Herz­blut, so auch die sehr umfäng­li­che Auf­ga­be bei unse­rer Feuerwehr.

BS: Wie kommt man in so eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Ehrenamtsposition?

MF: Nun, man beginnt als ehren­amt­li­cher Feu­er­weh­mann und dient sich zum Wehr­füh­rer wei­ter. Dies sind zunächst die ers­ten Sta­tio­nen. Ich ging wei­ter in der Aus­bil­dung, die sich über 8 Jah­re hin­weg zog, bis zu mei­ner jet­zi­gen Qua­li­fi­ka­ti­on als Gemeindebrandinspektor.

BS: Wie darf man sich die Auf­ga­ben hier vorstellen?

MF: Nun, natür­lich ist es nach wie vor die Auf­ga­be Men­schen jeg­li­chen Alters für das Ehren­amt bei der Feu­er­wehr zu inter­es­sie­ren und zu begeis­tern. Es geht ja nicht nur um die fach­li­che Aus­bil­dung und Qua­li­fi­ka­ti­on, son­dern auch um den Team­geist und Iden­ti­fi­ka­ti­on mit Gemein­schaft. Einen gro­ßen Part die­ser Iden­ti­fi­ka­ti­on brin­gen die Wehr­füh­rer durch ihre prak­ti­sche Arbeit ein. Mei­ne Auf­ga­be als Brand­in­spek­tor wür­de ich als Impuls­ge­ber beschreiben.

BS: Wie inten­siv ist Ihre Arbeit in die­sem Ehrenamt?

MF: Gedank­lich ist man immer im Job und auch im Ehren­amt, zumal es eine der­ar­ti­ge Ver­ant­wor­tung beinhal­tet. Aber gehen Sie ein­mal von ca. 500 Stun­den pro Jahr aus.

BS: Gibt es denn genü­gend Nachwuchs?

MF: In unse­rer Gemein­de durch­aus, ja. Dies zeigt sich in der Kin­der­feu­er­wehr, den 6 bis 10-Jäh­ri­gen und in der Jugend­feu­er­wehr, den 10 bis 17- Jährigen.

Den­noch sehe ich mit Sor­ge, dass auf­grund feh­len­den Wohn­raums, jun­ge Fami­li­en lei­der hier weg­zie­hen. Das besorgt mich sehr! 

Auch ist zu erken­nen, dass alt­ein­ge­ses­se­ne Hand­werks­be­trie­be kei­ne Nach­fol­ger mehr haben und schlie­ßen. Es scheint mir, dass Selbst­stän­dig­keit heu­te nicht mehr so gefragt ist und viel­leicht die soge­nann­te „Work Life Balan­ce“ im Ange­stell­ten­ver­hält­nis lockt.

BS: Mei­nen Sie, dass es nach der der­zei­ti­gen Pan­de­mie, zu hof­fen ist, Men­schen einen ande­ren Blick auf Beruf und Leben bringt?

MF: Ja, das den­ke ich schon. Ich erwar­te neue Kon­zep­te auf vie­len Gebie­ten. Per­spek­ti­ven und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten gibt es auch in unse­rer Gemein­de. Wir lie­gen direkt vor den Toren unse­rer Lan­des­haupt­stadt Wies­ba­den und sind nicht abge­schnit­ten von der „gro­ßen wei­ten Welt“ Ich bin zuversichtlich!

BS: Ich dan­ke Ihnen für das Gespräch und wün­sche Ihnen wei­ter­hin so viel Freu­de und Enthusiasmus!

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH
Schlan­gen­bad, den 21.01.2021

Interview mit Herrn Jörg Freiling, Ing.-Geologe

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Staats­bad trifft:

Herrn Jörg Frei­ling, Ing.-Geologe

BS: Herr Frei­ling, Sie sind gebo­ren im schö­nen Mar­bur­ger Land und woh­nen seit etwa 20 Jah­ren in Schlan­gen­bad. Ist Ihnen in der Zeit unse­re Gemein­de zur Hei­mat geworden?

JF: Oh, ja! Mei­ne Fami­lie und ich haben uns in der Gemein­de sehr schnell ein­ge­lebt und füh­len uns hier wirk­lich zu Hause.

BS: Sie sind Geo­lo­ge und bear­bei­ten Bau­pro­jek­te der Deut­schen Bahn. Bevor Sie nach Schlan­gen­bad zogen waren Sie in Diens­ten des Lan­des Hes­sen und in die­ser Zeit hat­ten Sie ein geo­lo­gi­sches Gut­ach­ten in Wam­bach zu erstellen.

JF: Sei­ner­zeit ging es um die Unter­su­chung des Unter­grun­des für den Bau des Wam­ba­cher Umge­hungs-Tun­nels. Dies war qua­si mein ers­ter direk­ter Kon­takt mit Schlan­gen­bad und hat das Inter­es­se am Ort geweckt.

BS: Sie brin­gen sich inten­siv in das Ehren­amt ein!

JF: Klar, das tue ich mit Lei­den­schaft und es ist für mich selbst­ver­ständ­lich und es gibt mir auch sehr viel zurück.

BS: In wel­chen Ver­ei­nen enga­gie­ren Sie sich denn?

JF: Ich bin seit der Grün­dung in 2012 Kas­sen­wart beim NABU Unter­tau­nus, bin zudem Beauf­trag­ter der Staatl. Vogel­schutz­war­te Hes­sen für den Bereich der Gemein­de und als wei­te­res noch im Vor­stand des Nas­saui­schen Ver­eins für Natur­kun­de im Muse­um Wies­ba­den aktiv.

Natur und Umwelt haben mich immer schon in den Bann gezo­gen. Jedoch wuss­te ich zu Zei­ten vor rund 35 Jah­ren, als mei­ne Ver­eins-Zuge­hö­rig­kei­ten began­nen, noch kaum, in wel­chem Maße die The­men Natur, Kli­ma und Was­ser eine so unge­heu­re Wich­tig­keit ein­neh­men werden.

BS: Erfah­ren Sie gro­ße Unter­stüt­zung und Inter­es­se bei die­ser ehren­amt­li­chen Aufgabe?

JF: Durch­aus, das wäre aber noch aus­bau­fä­hig. Die Sen­si­bi­li­sie­rung für die Natur hat zuge­nom­men, doch das Umset­zen von rea­li­sier­ba­ren Maß­nah­men nimmt natür­lich oft lei­der eine gewis­se Zeit­span­ne ein.

BS: Ist die Arbeit in die­sen Coro­na-Zei­ten erschwert?

JF: Ja, das kann man so sagen! Wis­sen Sie, ein Ver­ein wie der NABU lebt durch das per­sön­li­che Mit­ein­an­der, dem direk­ten Dia­log auch mit den Mit­bür­gern und gemein­sa­men Aktio­nen. Dies ist zu die­ser Zeit schwer umsetz­bar. Aber den­noch kom­men wir unse­ren Auf­ga­ben so weit als mög­lich nach.

BS: Nicht zuletzt sind Sie auch bei der Feu­er­wehr ehren­amt­li­ches Mitglied?!

JF: Ja, schon seit über 40 Jah­ren. Den Dienst in der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr hat­te ich sozu­sa­gen von mei­nem Vater geerbt und dann auch in Schlan­gen­bad an mei­ne Söh­ne wei­ter­ge­ge­ben. Das sehe ich — für mich — als eine selbst­ver­ständ­li­che Bür­ger­pflicht an.

BS: Las­sen Sie uns doch ein­mal auf unse­re Gemein­de Schlan­gen­bad etwas näher ein­ge­hen. Wie sehen Sie die Ent­wick­lung der letz­ten 15 Jahre?

JF: Lei­der ist unüber­seh­bar, dass Schlan­gen­bad ein wenig an Leben ver­lo­ren hat, um nicht zu sagen, es ist ein gewis­ser Rück­gang an Lebens­qua­li­tät zu spüren.

BS: Wie mei­nen Sie das?

JF: Es fehlt — ver­stärkt noch durch das Coro­na-Pro­blem — die Leben­dig­keit durch Geschäf­te, Hotel­le­rie, Gas­tro­no­mie und dadurch auch der Tou­ris­mus. Glück­li­cher­wei­se hal­ten aber eini­ge Betrei­ber noch tap­fer die Fah­ne hoch.
Natür­lich bezau­bert unse­re Gemein­de durch die herr­li­che Natur und das wun­der­ba­re Kli­ma. Auch das Ther­mal­was­ser ist Anzie­hungs­punkt. Den­noch bedau­re ich den seit vie­len Jah­ren anhal­ten­den Dorn­rös­chen­schlaf in man­chen Berei­chen. Ich hof­fe sehr, dass sich die­se Abwärts­spi­ra­le bald in ein Auf­wärts umwan­delt, auch wenn die frü­he­ren Kur-Bedin­gun­gen wohl nicht mehr erreich­bar sein wer­den. Der Ort hat es verdient!

BS: Gibt es aus Ihrer Sicht Anre­gun­gen, die man zeit­nah auf­grei­fen sollte?

JF: Es wäre u.a. wün­schens­wert, die zum Teil unan­sehn­li­che Bau­sub­stanz eini­ger Gebäu­de, die den frü­he­ren Glanz ver­lo­ren haben, wie­der zum Erstrah­len zu brin­gen. Aber auch dabei soll­te auf tie­ri­sche Mit­be­woh­ner wie Mau­er­seg­ler oder Fle­der­mäu­se Rück­sicht genom­men werden.

Auch mit der Rena­tu­rie­rung man­cher zu schnell flie­ßen­der Abschnit­te der Wal­luf wür­de mir ein Wunsch in Erfül­lung gehen.

BS: Der­zeit brin­gen Sie sich inten­siv ein, um Fle­der­mäu­sen ein „zu Hau­se“ zu geben.

JF: Ja, wir, der NABU, brin­gen z.B. spe­zi­el­le Fle­der­maus­käs­ten an ver­schie­de­nen Orten in der Gemein­de an und bera­ten dazu ger­ne auch Haus­be­sit­zer. Wer sich da ein wenig als Fle­der­maus-Hote­lier akti­viert und sich bei uns mel­det (www.nabu-untertaunus.de), kann vom NABU Hes­sen die Pla­ket­te “Fle­der­maus­freund­li­ches Haus” erhalten.

Und in jedem Win­ter erfas­sen wir im hal­ben Unter­tau­nus die unter­ir­disch über­win­tern­den Fle­der­maus­ar­ten, von denen es im Bereich der Gemein­de etwa ein Dut­zend gibt.

In Kür­ze star­tet fer­ner eine Koope­ra­ti­on mit der Bür­ger­stif­tung „Unser Land“, bei der die wei­te­re Ent­wick­lung des ehem. Feld­flo­ra-Reser­va­tes und des­sen angren­zen­der Flä­che bei Hau­sen unter­sucht wird.

BS: Herr Frei­ling, Ihr Leben ist wirk­lich geprägt vom Dienst an der Natur und für unse­re Hei­mat. Ich dan­ke Ihnen sehr, dass Sie sich mit mir unter­hal­ten haben!

 

Das Gespräch führte

Bär­bel Storch

Geschäfts­füh­re­rin Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH

Interview mit Frau Ingrid Scherwinsky-Kuhn. 1. Vorsitzende Junge Bühne Schlangenbad e. V. / 15.04.2021

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Staast­bad trifft:

Inter­view mit Frau Ingrid Scher­win­sky-Kuhn. 1. Vor­sit­zen­de Jun­ge Büh­ne Schlan­gen­bad e. V. / 15.04.2021

BS: Kom­men Sie gebür­tig aus Schlangenbad?

ISK: Nein, ich bin in Wies­ba­den gebo­ren und auf­ge­wach­sen und zur Schu­le gegangen

BS: Sie stu­dier­ten Päd­ago­gik an der Uni­ver­si­tät in Frankfurt

ISK: Ja, und das war und ist für mich der Traum­be­ruf schlecht­hin. Ich lieb­te mei­nen Beruf und wür­de ihn immer wie­der ergrei­fen. Ich lie­be Kin­der und den Umgang mit Ihnen sehr.

BS: An wel­chen Schu­len haben Sie gearbeitet?

ISK: Im Jahr 1971 kam ich als Leh­re­rin nach Schlan­gen­bad-Bär­stadt, wo ich bis 1995 mit mehr als gro­ßer Freu­de gear­bei­tet haben. Es war wun­der­bar in die­ser Zeit als Leh­re­rin dort tätig gewe­sen zu sein. Ich konn­te mit den Kin­dern wirk­lich „spie­lend“ Lehr­zie­le errei­chen. Die Natur dort war u.a. der Lehr­meis­ter. Oft fand der Bio­lo­gie Unter­richt im Frei­en, im Wald oder auf den Wie­sen statt.

BS: Sie wech­sel­ten dann zur Cle­mens-Bren­ta­no-Schu­le in Geisenheim?

IKS: Ab 1995 über­nahm ich die Schul­lei­tung die­ser Grund- und Haupt­schu­le dort

BS: Wie kam es dazu, dass Sie sich mit dem Thea­ter spie­len so inten­siv beschäftigen?

ISK: Dies, man kann sagen, ist eine Her­zens­sa­che von mir seit lan­ger Zeit oder bes­ser gesagt, von jeher.

Bereits 1987 begann ich mit Kin­der­grup­pen Thea­ter zu spie­len. Ich sehe dar­in einen wesent­li­chen päd­ago­gi­schen Wert.  Es ist per­sön­lich­keits- und bil­dungs­för­dernd und eine her­vor­ra­gen­de Basis für z.B. frei­es Reden.

BS: Wie sehen Sie in die­sem Kon­text die musi­ka­li­sche Komponente?

ISK: Sehr wich­tig, sehe ich das. Alle mei­ne Insze­nie­run­gen beinhal­ten Musik in der gesam­ten Beglei­tung eines Thea­ter­stü­ckes. Ich selbst den­ke stets an Musik, die ich mit der Dra­ma­tur­gie eines Stü­ckes ver­bin­de und ausrichte.

BS: Ist Musik ein wesent­li­cher Bestand­teil Ihres Lebens?

ISK: Aber ja, Musik und Thea­ter sind für mich unab­ding­bar mit­ein­an­der ver­bun­den. Natür­lich bevor­zu­ge ich die Klas­sik, wie z.B. Beet­ho­ven, Schuh­mann, Brahms, also die Roman­ti­ker. Auch lie­be ich die Oper, hier ins­be­son­de­re Puc­ci­ni. Das heißt aber nicht, dass ich für die Thea­ter­stü­cke, die ich insze­nie­re, nicht auch ganz popu­lä­re Musik als Beglei­tung aufnehme.

BS: Seit 40 Jah­ren sind Sie das Herz­stück der Jun­gen Büh­ne  in Schlan­gen­bad-Geor­gen­born und seit 2013 über­nah­men Sie die Lei­tung die­ser Laien-Theatergruppe.

ISK: Mit gro­ßer Freu­de über­nahm ich die Lei­tung und arbei­te inte­gra­tiv hier­bei mit allen Alters­grup­pen, Natio­na­li­tä­ten und eth­ni­schen Gruppen.

BS: Wel­che Plä­ne und Thea­ter­pro­gram­me haben Sie z.Zt.?

ISK: Hier wären diver­se Stü­cke, die wir ger­ne ein­stu­die­ren woll­ten, wie z.B. Sze­nen von Lori­ot oder den Som­mer­nachts­traum von Shake­speare. Übri­gens für die­se Shake­speare Insze­nie­rung erhiel­ten wir einen Preis vom Hes­si­schen Ama­teur­thea­ter Pro­gramm. Dar­über sind wir sehr stolz. Aller­dings wird die­ser Preis und Aus­zeich­nung nur in ‚Prä­senz‘ über­ge­ben und dies ist der­zeit auf­grund Coro­na Vor­ga­ben nicht möglich.

BS: Sicher schränkt Coro­na und Vor­ga­ben Ihr Schaf­fen sehr ein?

ISK: Wir sind aus­ge­bremst. Der­zeit sehen wir nicht ein­mal die Umset­zung von Thea­ter im Außen­be­reich, wie z.B. der Schloß­trep­pe in Georgenborn.

Den­noch sind wir an vie­len zukünf­ti­gen Insze­nie­run­gen in Gedan­ken „am Arbeiten“.z.B. das Stück „Wunsch Punsch“, von Micha­el Ende, ein sehr inter­es­san­tes Stück, wel­ches mehr als aktu­el­le Umwelt­the­men in sich birgt, beschäf­tigt uns der­zeit;  aber vie­le wei­te­re The­men und Stü­cke wer­den wir sobald als mög­lich wie­der leben­dig in unse­rem Thea­ter­le­ben zum Bes­ten geben kön­nen, so hof­fen wir sehr.

BS: Sie enga­gie­ren sich seit vie­len Jah­ren ehren­amt­lich in unse­rer Gemeinde?

ISK: Seit genau 50 Jah­ren. Und dies nicht nur im Thea­ter, son­dern auch im der deutsch-fran­zö­si­schen Freund­schaft, der Part­ner­schaft unse­rer Gemein­de mit Cra­pon­ne, der Part­ner­stadt von Schlan­gen­bad. Ich selbst bin sehr fran­ko­phil. In unse­rem Part­ner­schafts­ver­ein bin ich stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de, beglei­te­te unse­re Rei­sen und pfle­ge den Kon­takt zu unse­ren fran­zö­si­schen Freunden.

BS: Haben Sie einen Wunsch?

ISK: aber ja, sehr sogar, ich wün­sche mir von Her­zen, dass die Gemein­de für uns eine adäqua­te Immo­bi­lie bereit­hält, in der wir unse­re Jun­ge Büh­ne wei­ter­füh­ren kön­nen, unser der­zei­ti­ges Domi­zil in Geor­gen­born hat doch vie­le Imponderabilien.

 

Das Inter­view führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH
Schlan­gen­bad, den 15.04.2021

Interview mit Stefan Münzer, Leiter Unternehmenstelefonie bei dem Malteser Hilfsdienst. Erster Vorsitzender der „Volkswirtschaft“ in Bärstadt

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Staats­bad trifft:

 Herrn Ste­fan Mün­zer, Lei­ter Unter­neh­menste­le­fo­nie bei dem Mal­te­ser Hilfs­dienst. Ers­ter Vor­sit­zen­der der „Volks­wirt­schaft“ in Bärstadt

 BS: Herr Mün­zer, Sie sind ein gebür­ti­ger Bär­stadter und leben von Geburt an hier.

StM: Das stimmt, jedoch soll­ten Sie erwäh­nen, dass ich in Bad Schwal­bach gebo­ren wur­de aber unmit­tel­bar danach hier in Bär­stadt mein Leben begann.

BS: Sie arbei­ten im Bereich der Telekomunikation?

StM: Ja, ich war 25 Jah­re bei der Deut­schen Tele­kom, wech­sel­te aber dann zum Mal­te­ser Hilfs­dienst. Hier bin ich eben­so im Bereich der Unter­neh­menste­le­fo­nie tätig.

BS:  Darf man sich dies als moder­nes Call Cen­ter vorstellen?

StM: Ja, in etwa. Wir Mal­te­ser haben bun­des­weit ca. 500 Stand­or­te, die Tag für Tag von tau­sen­den Men­schen ange­ru­fen wer­den. Letzt­end­lich gelan­gen aber, sofern man sei­ne direk­te Desti­na­ti­on nicht erreicht, die Anru­fe in Oestrich-Winkel.

BS: Ich könn­te mir vor­stel­len, man kommt dann zumin­dest ver­bal mit vie­len Kul­tu­ren zusammen?

StM: Oh ja, das stimmt. Dies prägt einen und lässt die Sen­si­bi­li­tät und den Betrach­tungs­mo­ment ande­ren Kul­tu­ren und Natio­na­li­tä­ten gegen­über wachsen.

BS: Bemer­ken Sie in Ihrem Arbeits­be­reich eine zuneh­men­de Digitalisierung?

StM: Ich bemer­ke es nicht nur, son­dern ver­fol­ge jeg­li­che Digi­ta­li­sie­rung mit größ­tem Inter­es­se und bin hoch erfreut, dass unse­re Gemein­de einen eben­so gro­ßen Wert auf die­ses The­ma legt. Für mich liegt die Zukunft noch sehr viel mehr in Abläu­fen, die durch eine sich wei­ter ent­wi­ckeln­de Digi­ta­li­sie­rung ver­ein­facht wer­den, wird.

BS: Sie sind in unse­rer Gemein­de sehr aktiv und haben den Vor­sitz der Initia­ti­ve „Volks­wirt­schaft“, die sich in Bär­stadt eta­blier­te, inne. Berich­ten Sie den Lesern doch ein wenig davon.

StM: Die „Volks­wirt­schaft Lin­den­hof eG“ ist eine wun­der­ba­re Sache. Mehr als 200 Mit­glie­der haben sich in einer Genos­sen­schaft ein­ge­bracht und in Eigen­in­itia­ti­ve eine Dorf­wirt­schaft im alten Sinn ins Leben geru­fen. Zum fes­ten Stamm, der akti­ven Mit­ar­bei­ten­den gehö­ren 50 Per­so­nen. Über eine App bucht man sei­ne Dienst­zeit im Team ein. So bewäl­tigt man alle Ver­an­stal­tun­gen und Kneipenabende

BS: Erhal­ten Sie vie­le Inter­es­sen­ten für Veranstaltungen?

StM: Durch­aus! Ob Jazz Aben­de, Wein­pro­ben, Whis­kya­ben­de, Thea­ter­grup­pen, es ist eine gro­ße Nach­fra­ge. Ich darf sagen, unse­re „Volks­wirt­schaft“ ver­bin­det Men­schen mit­ein­an­der und dies Genera­tio­nen über­grei­fend. Es fin­det sich der urei­gent­li­che Stil des Zusam­men­seins wie­der, so, wie frü­her in so vie­le Dorf­wirt­schaft in Stadt und Land.  Nicht uner­wähnt soll­te sein, dass die inter­na­tio­na­len Gäs­te, die Semi­na­re bei Sam­pur­na buchen, regel­mä­ßig und mit Freu­de zu uns kommen.

BS: Wie gestal­ten Sie die Abläufe?

StM: Unse­re Akti­ven haben natür­lich einen Gesund­heits­pass und wir haben eine Aus­schank­ge­neh­mi­gung. Zu Coro­na­zei­ten haben wir natür­lich ein Hygie­nekon­zept erstellt und hal­ten dies auch strin­gent ein.

BS: Wie kamen Sie mit der Volks­wirt­schaft bis­her durch die Coro­na Zeiten?

StM: Wir hat­ten Unter­stüt­zung bean­tragt und auch bekom­men. Dies hat uns sehr gehol­fen die Zeit bis­her gut zu über­brü­cken. Unser Außen­be­reich hilft uns aber wir fie­bern den Tagen ent­ge­gen an denen ein „nor­ma­ler“ Betrieb wie­der mög­lich ist.

BS: haben Sie Anre­gun­gen, The­men, die Sie ger­ne im Gemein­de­be­riech umge­setzt haben wollten

StM: Ich wür­de es wün­schens­wert erach­ten, wenn wir einen soge­nann­ten Stadt­bus hät­ten, so, wie in Rau­en­thal. Eben­so fän­de ich es gut, wenn Bür­ger mehr in bau­li­che Not­wen­dig­kei­ten ihrer Häu­ser inves­tier­ten, um so die vie­len Inves­ti­tio­nen, die die Gemein­de gera­de im Orts­teil Schlan­gen­bad getä­tigt hat und auch tätigt, ihrer­seits zu begleiten.

BS: Ich den­ke, mit die­sem Hin­weis spre­chen Sie vie­len Bür­gern aus dem Herzen.

In jedem Fall wün­sche ich Ihnen für die bal­di­ge Wie­der­eröff­nung nach dem Lock­down alles Gute und auf, dass die „Volks­wirt­schaft“ wei­ter­hin mit so viel Erfolg unser gas­tro­no­mi­sches Leben ergänzt.

 

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH 

Interview Friedrich Janko, Vorsitzender des Kulturkreises Schlangenbad 

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Staats­bad trifft:

Herrn Fried­rich Jan­ko, Vor­sit­zen­der des Kul­tur­krei­ses Schlangenbad

BS: Herr Jan­ko, ich weiß, dass Sie kein gebo­re­ner Ein­hei­mi­scher sind, des­halb mei­ne Fra­ge, wo sind Sie geboren?

FJ: Das ist rich­tig. Ich kom­me aus der Schwalm, ein wun­der­schö­nes Fleck­chen Erde im Nord­hes­si­schen, das auch heu­te noch wegen der tra­di­tio­nel­len Trach­ten bekannt ist. Ich lebe seit 1980 in Schlan­gen­bad und füh­le mich hier mehr als wohl und abso­lut integriert.

BS: Wie ich hör­te, hat­ten Sie ein inter­es­san­tes Berufsleben?

FJ: Ja, ich war 20 Jah­re in Wies­ba­den als Gym­na­si­al­leh­rer für Mathe­ma­tik und Che­mie tätig. Danach führ­te mich mein Weg in die Schul­auf­sicht, zunächst in Staat­li­che Schul­äm­ter und die Schul­ab­tei­lung beim RP Darm­stadt, die letz­ten 10 Jah­re ins Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. Dort war ich ver­ant­wort­lich für das gym­na­sia­le Schul­we­sen in Hes­sen, von der Beset­zung der Schul­lei­ter­stel­len bis hin zu Lehr­plä­nen, Bil­dungs­stan­dards und zum Landesabitur

BS: Sie sind auf brei­ter Ebe­ne enga­giert, so gehö­ren Sie der SPD an und enga­gie­ren sich hier in der Gemeindepolitik.

FJ: Ich bin seit 1972 Mit­glied der SPD und war seit 1985 bis zu die­sem Früh­jahr aktiv in der Schlan­gen­ba­der Kom­mu­nal­po­li­tik, aus­ge­nom­men die Jah­re 2006–2014. Ich muss dazu bemer­ken, dass ich nord­hes­sisch sozia­li­siert ver­sucht habe, Kom­mu­nal­po­li­tik nie ideo­lo­gisch, son­dern kon­sens­ori­en­tiert mit Herz und Augen­maß zu betreiben.

BS: Wie ich weiß, sind Sie nicht nur poli­tisch engagiert.

FJ: Da haben Sie Recht, ich war bis Ende August die­sen Jah­res 24 Jah­re im Kir­chen­vor­stand der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Schlan­gen­bad aktiv.

BS: Ihre Akti­vi­tä­ten sind beein­dru­ckend und erstre­cken sich glei­cher­ma­ßen inten­siv auch auf den kul­tu­rel­len Bereich.

FJ: Sie spre­chen sicher den Kul­tur­kreis an — ja, dem ste­he ich mit gro­ßer Freu­de seit 2014 vor. Der Kul­tur­kreis besteht seit 1983. Ich ver­su­che zusam­men mit mei­nen Vor­stands­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen die lan­ge und erfolg­rei­che Arbeit die­ser kom­mu­na­len, ehren­amt­lich geführ­ten  Kul­tur­ein­rich­tung wei­ter­zu­füh­ren. Nach­dem im letz­ten Jahr Pan­de­mie bedingt, nur eine Ver­an­stal­tung statt­fin­den konn­te, waren wir froh, bereits im Juni d.J. ein ers­tes Kon­zert prä­sen­tie­ren zu kön­nen. Am 19. Sep­tem­ber geht es wei­ter, noch immer mit gewis­sen Ein­schrän­kun­gen, aber mit einem vol­len, inter­es­san­ten Programm!

BS: Wo liegt kul­tu­rell Ihr Schwerpunkt?

FJ: Wir sind sehr breit auf­ge­stellt und haben uns zum Ziel gesetzt, ein anspruchs­vol­les Musik­pro­gramm der unter­schied­li­chen Gen­res zu offe­rie­ren, von Klas­sik über Jazz und Chan­son bis zu Folk und Mund­art, zur Freu­de unse­rer Zuhörerschaft.

BS: Wel­che Künst­ler spre­chen Sie an?

FJ: Wäh­rend in den ers­ten Jah­ren des Kul­tur­krei­ses bevor­zugt loka­le Künst­ler auf­tra­ten, enga­gie­ren wir heu­te neben jun­gen. auf­stre­ben­den Künst­lern auch arri­vier­te Musi­ker, die bereits einem brei­te­ren Publi­kum bekannt sind, aus dem In- und Aus­land. Dank der Unter­stüt­zung unse­rer Mit­glie­der, der Gemein­de und auch der Staats­bad GmbH kön­nen wir qua­li­täts­vol­le Kon­zer­te zu sehr mode­ra­ten Ein­tritts­prei­sen anbieten.

BS: Wer unter­stützt Sie bei der Orga­ni­sa­ti­on im Besondern?

FJ: Da sind in ers­ter Linie die Mit­glie­der des geschäfts­füh­ren­den Vor­stan­des. Herr Hans-Gün­ther Schlos­ser, mein Stell­ver­tre­ter im Vor­sitz und künst­le­ri­scher Lei­ter, ist mir ein außer­ge­wöhn­lich wert­vol­ler Bera­ter und Beglei­ter bei allen künst­le­ri­schen Belan­gen, Frau Dr. Petra Kluß­mann hat die finan­zi­el­le Ober­auf­sicht und Frau Ger­da Aba­di-Fard küm­mert sich um die PR des Vereins.

BS: In der Regel nut­zen Sie unse­re bezau­bern­de His­to­ri­sche Café­hal­le. Gibt es Ausweichplätze?

FJ: Wäh­rend der Reno­vie­rung der Café­hal­le konn­ten wir glück­li­cher­wei­se – dem Geschäfts­füh­rer der Ober­berg Grup­pe sei Dank — auf den gro­ßen Saal der Park­kli­nik zurück­grei­fen. Aber auch das Müh­len­mu­se­um stand uns zur Ver­fü­gung mit einem ganz beson­de­ren Reiz für bestimm­te Kon­zert­for­ma­te. Nicht zu ver­ges­sen haben wir diver­se Ver­an­stal­tun­gen auch in der Senio­ren Resi­denz durch­füh­ren dür­fen. Alle die­se Räu­me ste­hen uns bei Bedarf auch in Zukunft zur Verfügung.

BS: Haben Sie schon das kom­men­de Jahr 2022 in Planung?

FJ: Ja, natür­lich, aber noch sind die Ver­trä­ge nicht unter Dach und Fach.

BS: Las­sen Sie mich nun zum Schluss unse­res inter­es­san­ten Gesprä­ches fra­gen, wie Sie Schlan­gen­bad heu­te beurteilen.

FJ: Zunächst darf ich sagen, dass ich mehr als ger­ne in Schlan­gen­bad behei­ma­tet bin. Eine wun­der­vol­le Gegend mit einem guten Kli­ma, guter Ver­kehrs­an­bin­dung und einem hohen Frei­zeit­wert. Aller­dings bedingt und erschwert die Topo­gra­fie die Gemein­de­ent­wick­lung in viel­fäl­ti­ger Hin­sicht. Auch ist unschwer zu erken­nen, dass in den letz­ten 30 Jah­ren durch den Nie­der­gang des Kur­we­sens in Schlan­gen­bad selbst sehr wenig inves­tiert wur­de.  Die wei­te­re Ent­wick­lung der Gesamt­ge­mein­de stellt eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für die Zukunft dar.

Ich den­ke aber posi­tiv und mei­ne, dass ein Wie­der­auf­le­ben der­zeit an ver­schie­de­nen Stel­len  sicht­bar wird.

 

BS: Herr Jan­ko, ich dan­ke Ihnen sehr für die inter­es­san­te Stun­de, die ich mit Ihnen ver­brin­gen durfte.

Interview mit Heiko Mehler Grafiker aus Schlangenbad / 28.10.2021

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Staats­bad trifft: Herrn Hei­ko Mehl­er, Gra­fi­ker, wohn­haft in Schlangenbad

 

BS: Herr Mehl­er, mei­ne ers­te Fra­ge lau­tet: Sind Sie hier geboren?

HM: Nein, mein Geburts­ort ist Mainz und auf­ge­wach­sen bin ich in Wicker. Seit dem Jahr 2000 woh­ne ich hier in Schlan­gen­bad. Die Lie­be, also mei­ne Frau, hat mich nach Schlan­gen­bad gebracht.

BS: Wie sehen Sie, nach die­ser lan­gen Zeit, die Sie hier mit Ihrer Fami­lie leben, die Ent­wick­lung des Ortes?

HM: Mit Sor­ge haben wir, mei­ne Frau und ich, die Sta­gna­ti­on und den Rück­gang des einst so leben­di­gen Kur-Ortes gese­hen. Es fällt uns aber posi­tiv auf, dass der Ort lang­sam wie­der erwacht und sich sehr vie­le Din­ge im äuße­ren Bild der Gemein­de ver­än­dern. Dies hören wir auch immer wie­der von Besu­chern, die Schlan­gen­bad als Aus­flugs­ziel nutzen.

BS: Sie sind, zusam­men mit Ihrer Frau, erfreu­lich aktiv für den Gewerbeverein.

HM: Da der Gewer­be­ver­ein immer Unter­stüt­zung benö­tigt, hel­fe ich ger­ne. Soweit ich weiß, sol­len wie­der Akti­vi­tä­ten wie in frü­he­ren Jah­ren star­ten, sofern dies die Coro­na-Vor­ga­ben zulassen.

BS: Wird es also wie­der ein Wein­fest geben?

HM: Soviel ich weiß, ist ein Wein­fest in Pla­nung, wor­auf ich mich schon sehr freue.

BS: Das klingt ja sehr gut. Der Unter­stüt­zung durch die Staats­bad GmbH kön­nen Sie sicher sein. Las­sen Sie mich doch auch Ihre sport­li­che Sei­te anspre­chen, den Schlan­gen­ba­der TC 1950 e.V., den Tennis-Club.

HM: O ja, das ist eine wei­te­re Lei­den­schaft von mir.

BS: Sie sind 1. Vor­sit­zen­der des TC 1950 e.V. in Schlangenbad.

HM: Ja, das bin ich, und zwar seit 2013. Damals „erb­te“ ich sozu­sa­gen die­se Auf­ga­be von mei­nem Schwie­ger­va­ter Hans-Fritz Schmidt, der 2013 lei­der verstarb.

BS: Wie hat sich der Ver­ein denn in den letz­ten Jah­ren entwickelt?

HM: Der Ver­ein ent­wi­ckelt sich der­zeit ganz präch­tig. Wir zäh­len 230 Mit­glie­der, wovon etwa die Hälf­te Kin­der und Jugend­li­che sind. Der Spiel­be­trieb ist sehr aktiv und die Mit­glie­der bele­ben das Ver­eins­le­ben ungemein.

BS: Sie beher­ber­gen sogar eine Ten­nis­schu­le in Ihrem Verein?

HM: Ja, unse­re Ten­nis­schu­le ist durch ihr gro­ßes Enga­ge­ment und ihre tol­le Arbeit sehr erfolg­reich und genießt einen aus­ge­zeich­ne­ten Ruf im Bezirk Wies­ba­den. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Ver­eins­füh­rung und der Ten­nis­schu­le Iliew läuft rei­bungs­los und wir ergän­zen uns ganz hervorragend.

BS: Spie­len Sie selbst auch Tennis?

HM: Ja, sehr ger­ne, auch wenn ich ursprüng­lich vom Hand­ball-Sport kom­me. Mit mei­ner Mann­schaft, den Her­ren 40, spie­le ich in der Bezirks­ober­li­ga. Am meis­ten gefällt mir jedoch am Ten­nis das Spie­len mit der Fami­lie und die Zeit auf unse­rer wun­der­schö­nen Anlage.

BS: Wie för­dern Sie die Jugend?

HM: Auf die Jugend­ar­beit legen wir gro­ßen Wert. Durch eine Koope­ra­ti­on mit der Grund­schu­le in Bär­stadt brin­gen wir Kin­dern schon sehr früh den Rück­schlag­sport näher. Dank des gro­ßen Enga­ge­ments unse­rer Jugend­war­tin Bir­te Mel­cher und der Ten­nis­schu­le spielt unser Nach­wuchs sehr erfolg­reich in den Meden­run­den und Turnieren.

BS: Haben Sie vor, wei­ter zu wachsen?

HM: Wir möch­ten den Charme unse­res klei­nen Ver­eins nicht ver­lie­ren, aber sicher freu­en wir uns dar­über, wei­ter zu wach­sen. Vor allem möch­ten wir unse­ren Mit­glie­dern mehr Mög­lich­kei­ten bie­ten, Ten­nis zu spie­len. Das ist bei vier Plät­zen manch­mal schwie­rig, da die Aus­las­tung teil­wei­se recht hoch ist. Aus die­sem Grund müs­sen wir es in Betracht zie­hen, über einen wei­te­ren Platz nach­zu­den­ken. Das Platz­an­ge­bot auf dem ver­eins­ei­ge­nen Gelän­de ist aller­dings sehr begrenzt. Aus die­sem Grund möch­ten wir das Gespräch mit der Gemein­de auf­neh­men, um hier nach Mög­lich­kei­ten zu suchen.

BS: Herr Mehl­er, ich wün­sche Ihnen wei­ter­hin viel Freu­de und eine gute „Hand“ als 1. Vor­sit­zen­der des Ver­eins und bedan­ke mich für das inter­es­san­te Gespräch.

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH.

Interview mit Marvin Fleschner von der Wambacher Mühle / 24.12.2021

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Staats­bad trifft:Herrn Mar­vin Fle­sch­ner, Inha­ber und Betrei­ber des Gast­hau­ses und Hotel „Wam­ba­cher Müh­le“ in Schlan­gen­bad Wam­bach
BS: Herr Fle­sch­ner, Sie sind ein gebür­ti­ger Wam­ba­cher und leben von Geburt an hier?

MF: Das stimmt nicht ganz, ich wur­de in Wies­ba­den gebo­ren, aber hier in Wam­bach bin ich auf­ge­wach­sen, denn mei­ne Eltern waren Päch­ter der „Wam­ba­cher Müh­le“ und die­ser Ort ist für mich Heimat.

BS: Resul­tiert dar­aus, dass Sie des­halb eine Aus­bil­dung in der Hotel­le­rie gemacht haben?

MF: Ja, durch­aus, das ist rich­tig. Im Hotel Hil­ton Park in Mün­chen absol­vier­te ich die Aus­bil­dung zum Hotel­fach­mann. Wei­ter­füh­rend durch­lief ich anschlie­ßend eine Aus­bil­dung zum Koch im Restau­rant
Aigner in Ber­lin, ein sehr renom­mier­tes Restau­rant, direkt am Gendarmenmarkt.

BS: Wann kehr­ten Sie zurück in den Betrieb Ihrer Eltern?

MF: Das war im Jahr 2010, als ich sofort als Koch in der Wam­ba­cher Müh­le mei­nem Vater zur Sei­te
stand.

BS: Wie Sie mir sag­ten, war der Wunsch nach einer Eigen­stän­dig­keit sehr früh bei Ihnen vorhanden?

MF: Da haben Sie Recht. Ja, ich woll­te immer eine eige­ne Exis­tenz. Die­se begann, als mir mein Vater 2012 den Betrieb, damals noch Pacht­be­trieb, zur Wei­ter­füh­rung übergab.

BS: Wann erwar­ben Sie die Wam­ba­cher Mühle?

MF: Das war im Jahr 2019, also noch gar nicht so lan­ge her. Da ich über­wie­gend hier den Groß­teil mei­nes Leben ver­brach­te, ist es für mich immer mein zu Hau­se gewe­sen und nun umso mehr im Zusam­men­sein mit mei­ner Frau und unse­ren 2 Söhnen.

BS: Ich sehe und stel­le mit Freu­de fest, dass Sie bereits sehr umfäng­lich inves­tiert und reno­viert haben und dem Haus einen neu­en, sehr schö­nen und fri­schen Stil gaben.

MF: Dan­ke, ja, wir haben viel getan. Den Stil der jet­zi­gen Innen­ein­rich­tung ver­dan­ke ich der „Hand mei­ner Frau“, die mit viel Geschick und Gespür die jetzt neu ent­stan­de­ne Attrak­ti­vi­tät bes­tens
umge­setzt hat.

BS: Da kann man nur gra­tu­lie­ren, ich emp­fin­de die neue Innen­ge­stal­tung als äußerst gelun­gen und man sieht deut­lich den Auf­bruch in eine neue Zeit Ihrer Gas­tro­no­mie und Hotellerie.

MF: Dan­ke, ich den­ke, damit sind mei­ne Frau und ich erst am Anfang, wir haben dies­be­züg­lich noch viel vor. Zunächst haben wir unse­re 11 Hotel­zim­mer hier in der Müh­le und wei­te­re 13 Zim­mer in unse­rer Früh­stücks­pen­si­on in Wal­luf umge­stal­tet und auf einen moder­nen Stan­dard gebracht.

BS: Die „Wam­ba­cher Müh­le“ ist ja nicht nur Gas­tro­no­mie und Hotel, son­dern mit dem
Müh­len­mu­se­um ein ganz beson­de­res Ausflugsziel.

MF: Ja, das Müh­len­mu­se­um ist eine her­aus­ra­gen­de ein­zig­ar­ti­ge Attrak­ti­on, die tat­säch­lich welt­wei­ten Ruf genießt. Der Eigen­tü­mer und lei­den­schaft­li­che Samm­ler, Herr Karl-Heinz Luft, hat hier
etwas ein­ma­li­ges geschaffen.

BS: Es ist ein gro­ßer Gewinn für unse­re Gemein­de Schlan­gen­bad Sie hier zu haben, denn an Hotel­zim­mern und Gas­tro­no­mie man­gelt es lei­der durch­aus. Wel­che „Küche“ bie­ten Sie an?

MF: Wir legen bewusst Wert eine regio­na­le Küche anzu­bie­ten. Unse­re Kar­te ist ganz klar sai­so­nal aus­ge­rich­tet. Dies schät­zen unse­re Gäs­te, die aus nah und fern kommen.

BS: Sie bie­ten auch Cate­ringser­vice an und in Ihrem Con­tai­ner, im Frei­en auf Ihrem Park­platz­ge­län­de bie­ten Sie auch Spei­sen zum Mit­neh­men an, was in Coro­na Zei­ten und damit ver­bun­de­nen Ein­schrän­kun­gen eines Restau­rant­be­su­ches sinn­voll ist.

MF: Ja, unser Spek­trum, wel­ches wir anbie­ten im Cate­ring­be­reich und im außer Haus­ver­kauf, rich­tet sich jeweils immer nach der Nach­fra­ge. Es wird sehr gut ange­nom­men, das freut uns!

BS: Wie groß ist die Kapa­zi­tät für Ver­an­stal­tun­gen in Ihrem Haus?

MF: Wir kön­nen ohne wei­te­res bis zu 150 Per­so­nen bes­tens bewir­ten. Hin­zu kommt, dass wir einen gro­ßen Park­platz haben, ein wirk­li­cher Vor­teil. Das Müh­len­mu­se­um, wel­ches direkt neben unse­rem Hotel angrenzt, räum­lich fast inte­griert, ist nicht nur eine her­aus­ra­gen­de Attrak­ti­on an sich son­dern kann auch für Ver­an­stal­tun­gen gebucht werden.

BS: Es ist beein­dru­ckend, wie Sie und Ihre Frau in so kur­zer Zeit so viel Moder­ni­tät und Auf­bruch­stim­mung zustan­de gebracht haben. Ich wün­sche Ihnen wei­ter­hin viel Erfolg und vor allem bald wie­der ein Leben ohne Coro­na beding­te Ein­schrän­kun­gen, die die Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie ganz beson­ders hart getrof­fen hat.

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH

Interview mit Melanie Otto vom Gästehaus Elisabeth / 24.01.2022

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Staats­bad trifft:

 Frau Mela­nie Otto, vom Gäs­te­haus Eli­sa­beth in Schlangenbad

 BS:  Frau Otto, mei­ne ers­te Fra­ge ist immer, ob Sie hier gebo­ren wurden?

MO: Nein, ich wur­de in der Nähe von Leip­zig gebo­ren, dort­hin habe ich auch immer noch den Bezug durch mei­ne Verwandtschaft.

BS: Wie hat es Sie dann in unse­re schö­ne Gegend und Ort gebracht?

MO: Das war der Beginn mei­nes Berufs­we­ges. Im Jahr 2003 begann ich mei­ne Aus­bil­dung zur Hotel­fach­frau im dama­li­gen Park­ho­tel, hier in Schlangenbad

BS: Wel­chen Weg schlu­gen Sie dann als Hotel­fach­frau ein?

MO: nach der Aus­bil­dung setz­te ich mei­nen Berufs­weg zunächst im Grand­ho­tel Hes­si­scher Hof in Frank­furt fort und arbei­te­te spä­ter unter ande­rem im Hyatt Regen­cy Hotel in Mainz.

BS: Was zog Sie dann aber zurück nach Schlangenbad?

MO: Das war natür­lich die Lie­be, die Lie­be zu mei­nem Mann aber auch eine wirk­li­che Ver­bun­den­heit zu Schlan­gen­bad. Ich mag den Ort sehr und füh­le mich hier sehr ver­bun­den, um nicht zu sagen, mitt­ler­wei­le sogar ver­wur­zelt. Hin­zu­kommt, dass mei­ne Schwie­ger­el­tern über fast 40 Jah­re mit viel Lie­be das Gäs­te­haus Eli­sa­beth führ­ten. Aus die­sem Grund war es für uns, mei­nem Mann und mich selbst­ver­ständ­lich und eine Freu­de, das Gäs­te­haus im Jahr 2013 zu über­neh­men. Das Gäs­te­haus betrei­be ich und mein Mann, der berufs­tä­tig ist, unter­stützt mich in allen Belangen

BS: Wie vie­le Zim­mer haben Sie?

MO: Wir bie­ten ins­ge­samt 6 Gäs­te­zim­mer an, davon sind 5 Gäs­te­zim­mer als Appar­te­ment mit Mini­kü­che aus­ge­stat­tet und ein Einzelzimmer.

BS: Wie haben Sie die letz­ten 2 Coro­na Jah­re durchgestanden? 

MO: Wir hat­ten das Glück, dass uns unse­re lang­jäh­ri­gen berufs­tä­ti­gen Gäs­te, wie Hand­wer­ker und Mon­teu­re wei­ter­hin treu geblie­ben sind. Dadurch konn­ten wir uns bis­her eini­ger­ma­ßen „über Was­ser“ hal­ten und die­se schwe­re Zeit über­ste­hen. Dafür sind wir auch mehr als dankbar.

 

BS: wie man sieht, inves­tie­ren Sie in Ihr Haus?

 

MO: Ja, wir sind stän­dig dabei. Nicht nur den Gar­ten haben wir opti­miert, ihn noch mehr als Ort zur Ent­span­nung und Erho­lung für unse­re Gäs­te gemacht. Wir haben auch im Haus selbst viel reno­viert und wer­den dies auch wei­ter­hin tun.  Als nächs­te Bau­maß­nah­men für das Früh­jahr sind die hin­te­re Außen­fas­sa­de, sowie die Reno­vie­rung des Holz­bal­kons geplant.

 

BS: Wie sehen Sie Schlan­gen­bad als Kur­ort zum heu­ti­gen Zeitpunkt?

MO: Ach, ich ver­mis­se die frü­he­ren Zei­ten schon, es war leben­di­ger. Ich hof­fe sehr, dass die­se Leben­dig­keit wie­der kommt. Ich den­ke, die Gemein­de aber ins­be­son­de­re auch die Eigen­in­itia­ti­ve der Bür­ger muss wie­der auf­le­ben. Sehr begrü­ße ich, dass der Ort nun viel sau­be­rer gewor­den ist und sich tat­säch­lich eini­ges tut.

BS: Frau Otto, ich dan­ke Ihnen für das inter­es­san­te Gespräch und wün­sche Ihne wei­ter­hin alles Gute, vor allem eine gute Sai­son in 2022.

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH

Interview mit dem Herrn Pastoralreferenten Peter Schwaderlapp / 22.02.2022

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Staats­bad trifft:Herrn Pas­to­ral­re­fe­ren­ten Peter Schwaderlapp

BS: Mei­ne ers­te Fra­ge ist immer, ob Sie hier gebo­ren wurden?

PSCH: Nein, ich wur­de im Wes­ter­wald gebo­ren, in Montabaur.

BS: Sind Sie dort auch aufgewachsen?

PSCH: Nicht weit von dort, in dem klei­nen Dorf Win­den. Mein Vater war der Schul­di­rek­tor dort und so wuchs ich auch tat­säch­lich im Gebäu­de der Schu­le, also dem Dienst­ge­bäu­de mei­nes Vaters auf.

BS: hat Sie Ihre Kind­heit in die­sem dörf­li­chen Gemein­de­le­ben geprägt?

PSCH: Ja, durch­aus. Die Gemein­de ist über­wie­gend katho­lisch. So war ich von Anfang an in die Ritua­le und Tra­di­tio­nen der kirch­li­chen Gemein­schaft ein­ge­bun­den, wie wir Dorf­be­woh­ner eigent­lich alle. Und ich lebe und leb­te immer ger­ne in einer dörf­li­chen Gemein­schaft. Die Kir­che und ihre Ritua­le gaben mir auch eine gewis­se Gebor­gen­heit, eine inne­re Heimat.

BS: War Ihr Wunsch Theo­lo­gie zu stu­die­ren da bereits vorhanden?

PSCH: Nach dem Abitur am Gym­na­si­um in Lahn­stein, wel­ches zugleich eine Klos­ter­schu­le war, woll­te ich Phy­sik, Mathe­ma­tik und Eng­lisch stu­die­ren. Ich absol­vier­te aber zunächst mei­nen Zivil­dienst bei der Kir­che und betreu­te hier­bei Flücht­lings­kin­der. Dabei lern­te ich die Flücht­lings­be­auf­trag­te des Bischofs Kam­p­haus ken­nen. Sie hat mich enorm beein­druckt und war eigent­lich der Weg­wei­ser für mich, einen Beruf in der katho­li­schen Kir­che zu wählen.

BS: So haben Sie Theo­lo­gie stu­diert und wie Sie schil­der­ten an der dafür klas­sisch zu beschrei­ben­den Uni­ver­si­tät Müns­ter in West­fa­len. Aber, Sie ent­schlos­sen sich, sich nicht der Pries­ter­wei­he zu unter­zie­hen, son­dern wähl­ten den Beruf des Pas­to­ral­re­fe­ren­ten, was war der Antrieb hierzu?

PSCH: Das hat­te ganz lebens­prak­ti­sche Grün­de — ich konn­te mir nicht vor­stel­len im Zöli­bat, also­ehe­los, zu leben. Ich lie­be mei­ne Auf­ga­ben in mei­ner Kir­che. Die­se Kir­che ist für mich von Kind­heit an Hei­mat mei­ner See­le und präg­te von Anfang an mein Den­ken und Han­deln. In mei­nem Beruf des Pas­to­ral­re­fe­ren­ten, den ich seit 2004 aus­füh­re, bin ich sehr glück­lich durch die Viel­falt der Auf­ga­ben aber auch durch die emo­tio­na­len Her­aus­for­de­run­gen. Die Nähe zu Men­schen in den unter­schied­lichs­ten Situationen.

BS: Wel­chen Auf­ga­ben wid­men Sie sich im Besonderen?

PSCH: Eine mei­ner Schwer­punkt­auf­ga­ben ist die Firm­vor­be­rei­tung in der gesam­ten Pfar­rei Hei­li­ge Fami­lie. Das macht mir sehr viel Freu­de und der Kon­takt mit jun­gen Men­schen hält mich selbst jung.

BS: Die katho­li­sche Kir­che durch­läuft gera­de eine Pha­se der Infragestellung?

PSCH: Ja, das ist rich­tig, sie steht an einem Wen­de­punkt und ich hof­fe sehr, dass eine Neu­aus­rich­tung mög­lich ist. Ich erle­be hier in mei­ner Arbeit eine Basis, die sehr um ihre katho­li­sche Glau­bens­hei­mat
kämpft und ich unter­stüt­ze eine Neu­aus­rich­tung mehr als ich sagen kann. Es ist groß­ar­tig, dass Bischof Bät­zing aus Lim­burg jetzt im Rah­men der Initia­ti­ve „out in church“ ver­brieft zuge­sagt hat, dass jeg­li­che Aus­gren­zung auf­grund per­sön­li­cher Lebens­form oder sexu­el­ler Ori­en­tie­rung ein Ende
haben muss und dass Mit­ar­bei­ten­de der Kir­che auf­grund pri­va­ter und part­ner­schaft­li­cher Ent­schei­dun­gen kei­ne dienst­recht­li­chen Kon­se­quen­zen mehr fürch­ten müs­sen. Als Bischof kann er
das für sein Bis­tum ent­schei­den – ich hof­fe, dass ande­re Bis­tü­mer nach­zie­hen. Ich sehe einen Anfang und hof­fe, dass der Auf­bruch wei­ter geht, denn wenn die Kir­che sich nicht ver­än­dert, dann müss­te ich dar­über nach­den­ken, ob ich hier noch rich­tig bin.

BS: Wie konn­ten z.B. Miss­brauchs­fäl­le so lan­ge ver­schwie­gen werden?

PSCH: Weil es ein Sys­tem der Ver­schwie­gen­heit und der Ver­tu­schung gab. Ich den­ke, es ist wich­tig, auf­zu­hö­ren, in die­sem Zusam­men­hang von Ein­zel­fäl­len zu spre­chen. Man muss das Sys­tem hin­ter­fra­gen und die Sys­tem­feh­ler benen­nen und ändern. Die bestehen­den Macht­struk­tu­ren sind zu über­den­ken und zu refor­mie­ren. Das wird Jah­re dauern.

BS: Was bemer­ken Sie hier in Schlan­gen­bad im Zusam­men­hang mit den Katholiken?

PSCH: Ja, da bemer­ke ich, dass z.B. die Sonn­tags­mes­se nicht mehr so stark besucht wird, jedoch Got­tes­diens­te, die Fami­li­en anspre­chen, zumin­dest vor Coro­na, einen gro­ßen Zulauf hat­ten. Im Moment fin­den die­se Got­tes­diens­te via You­tube statt und haben auch dort ein grö­ße­res Publi­kum. Auch die Song-Andach­ten mit Pop­mu­sik fan­den gro­ßen Anklang. Das spie­gelt wie­der, dass die Men­schen durch­aus ein gro­ßes Bedürf­nis haben in die Kir­che zu gehen um sich dort gemein­sam zu
tref­fen. Es gibt eben nicht mehr die eine Form, die alle anspricht. Des­halb ist es schön, hier eine Gemein­schaft zu haben, die auch neue Wege und Expe­ri­men­te wagt. Ich hof­fe, dass es uns für die Zukunft bereit macht und es bestärkt mich, die­se Zukunft zu gestalten.

BS: Nun zum Schluss unse­res sehr inter­es­san­ten Gesprä­ches noch die Fra­ge nach Ihren Freizeitbeschäftigungen?

PSCH: zunächst erfüllt mich mei­ne Arbeit, manch­mal nicht nur mich, son­dern auch mei­nen Kalen­der. Ich ver­su­che mög­lichst viel Zeit für Musik und Wan­dern übrig zu behal­ten. Ich spie­le Gitar­re, gehe ger­ne auf Kon­zer­te (am liebs­ten Punk, Ska und Inde­pen­dent) und schnü­re ansons­ten die Wan­der­schu­he. Die Schlan­gen­ba­der Wald­pfa­de, die Wis­per Trails oder auch der Jakobs­weg, den ich in Frank­reich und Spa­ni­en schon wan­der­te, sind ein kraft­spen­den­der und ent­spann­ter Aus­gleich für
mich. Wan­dern, ja, das Wan­dern mag ich sehr.

Das Gespräch führ­te Bär­bel Storch, Geschäfts­füh­re­rin der Staats­bad Schlan­gen­bad GmbH